Über mich und meine Arbeit

Juliet Brook Blaut, geboren 1985, Diplom Politologin (Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Friedens- und Konfliktforschung in Marburg und Lille).

Katzen, Pferde und Naturräume

Meine Kindheit war nicht nur von zahlreichen Umzügen von einem Hof zum nächsten geprägt, sondern auch vom Zusammenleben mit wunderbaren tierischen Begleitern – ganzjährig draußen lebten unsere Pferdeherden, stets irgendwo Fohlen bei Fuß. Mein Vater züchtete Dartmoor Ponies und Missouri Foxtrotter – meine Mutter Maine Coon Katzen. Und wir alle träumten von einem eigenen Hof, einem Lebensraum, in dem alle irgendwie gut aufgehoben wären. Meine Katzen und Ponies begleiten mich weiterhin – und der Traum vom Hof auch. Zwischenzeitlich nehme ich mit der wilden Bachkoppel vorlieb, auf der meine Pferde jetzt leben.

Fotos von links nach rechts/ oben nach  unten: 
Sabine Stuewer (stuewer-tierfoto.de)
Lena Erlmann
Miglena Abrasheva
Jan Löhr
Umweltengagement

Mit sieben hatte ich so ein robustes rosa Kinderfahrrad. Damit fuhr ich irgendwo und dachte drüber nach, wer denn eigentlich dafür zuständig ist, ob Müll im Straßengraben liegt. Ob wir nicht alle gemeinsam für diese Welt verantwortlich sind. Irgendwie. Fun Fact: Nochmal sieben Jahre später würde ich meine erste Müll-Aufsammelaktion entlang meines Schulradweges organisieren – und der Anhänger des Traktors schließlich ordentlich voll werden. Ich schrieb eigene kleine Umweltzeitungen, die ich im Dorf verteilte, sammelte Unterschriften gegen Käfighaltung von Hühnern. Gründete eine Greenpeace Jugendgruppe in Heilbronn und fand endlich Gleichgesinnte. Fortan organisierte ich zahlreiche Umweltschutz- und Umweltbildungsaktivitäten und lernte viel über Projektmanagement, Pressearbeit, Vorträge, kreative Aktionsformen und die planetaren Schätze und Schutzbedürfnisse.

Theater, Kunst und Literatur
  • Zuhause wurde viel vorgelesen und als Kind verschlang ich alle Bücher, die mir in die Finger kamen.
  • Mit 11 Jahren entdeckten wir das Kinder- und Jugendbühnchen beim Knurps Puppentheater, wo wir Kinder jahrelang erste Bühnenerfahrungen sammeln durften. Ich entwickelte ein kleines eigenes Puppentheaterstück.
  • Spielte in Literatur- und Theaterprojekten am Agrarwissenschaftlichen Gymnasium in Öhringen.
  • Es folgte ein Improtheaterprojekt zu den Marburger Suchthilfetagen, Schauspiel im Kurzdramenwettbewerb „Vergnügte Ruh“ und eine Szenische Lesung zum Internationalen Frauentag.
  • Bei Elke Pfeiffer in Tübingen schließlich sehr inspirierende Tanz-Theater Workshops, mit wunderbar tiefgehender innerlicher Arbeit.
  • 2025 mit einer kleinen Gruppe in Engen „Tiefenszenen“, von alltäglichen und biographisch bewegenden Themen inspiriertes Improvisationstheater.
Seminare

Schon nach meinem Studium kam mir die Idee, Workshops, Seminare und Einzelbegleitung anzubieten. Ich habe die Webadresse gebucht – und mich dann doch nicht recht getraut. Statt dessen leitete ich über 9 Jahre freiberuflich Seminare in diversen Freiwilligendiensten. Ich konzipierte und hielt Umweltbildungseinheiten, Übungen zur Reflexion und Persönlichkeitsentwicklung, kreative Berufsorientierung, Teamspiele, Einzelberatungen und Projektwochen.

Ich lernte, Räume für eigenes Erleben zu gestalten und zu rahmen. Spürte, wie viel Freude es mir macht, kreative Methoden aus dem Hut zu zaubern, zu improvisieren und neue Perspektiven auf Gewohntes aufzuzeigen. Hier und da ging auch mal was schief, aber überwiegend bekam ich so wunderschöne Rückmeldungen zu meiner Seminararbeit, dass mir einfach nur das Herz aufging.
Aber das bedeutete auch, in diesen Jahren über 60 Seminarwochen in diversen Jugendherbergen zu verbringen und gleichzeitig Verantwortung für meine eigenen Tiere zu haben, die tägliche Versorgung benötigen. Das geht auf Dauer nicht so gut zusammen.

Projektarbeit und Jugendbeteiligung
  • Neben der Leitung des Jugentreffs in Engen arbeitete ich in den letzten Jahren in der Konzeption und Umsetzung vielfältiger Projekte und Veranstaltungen – beim Helferkreis in Tengen, mit geflüchteten Frauen in Engen, bei inSi in Singen und Unser buntes Engen.
  • Seit 2023 habe ich erst freiberuflich und von 2024 bis Ende 2025 als Kreisjugendreferentin die kreisweite Jugendbeteiligung im Landkreis Konstanz mit aufgebaut. Zunächst moderierte ich die Workshops zur Konzeption. Schließlich gründeten wir den Jugendkreisrat, entwickelten die Jugenddialog-Workshops und richteten kreisweite Jugendkonferenzen aus. Dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen, da aktive Jugendbeteiligung eine Schlüsselwirkung für gesellschaftliches Mitdenken, politische Bildung und demokratische Zukunft haben kann.
Fotografin: Maike Krause

Kreisjugendkonferenz 2025, Organisation und Moderation

Forschung und Lehrauftrag
  • Während meines Studiums arbeitete ich in der qualitativen Sozialforschung und führte zahlreiche Interviews mit Ehrenamtlichen im Naturschutz und Umweltbildungsbereich.
  • Nach meinem Studium hielt ich einen Lehrauftrag an der Philipps-Universität Marburg: „Intersubjektive (Un-) Abhängigkeit als Grundlage demokratischer Politik?“

Diplomarbeit (Philipps-Universität Marburg, 2011) – Politikwissenschaft.
Schwerpunkt: Subjektwerdung, Emanzipation, demokratische Handlungsfähigkeit

Foto von Lena Erlmann